Von Warp- zu Impuls-Antrieb und zurück!

Sascha

Das Wochenende habe ich fast ausschließlich in einer dunklen Kammer verbracht. Da waren rote Lampen an den Wänden, es roch nach Chemie aus verschiedenfarbigen Wannen, und irgendwer verlangte bereits um 12 Uhr mittags nach einem Kornzähler (!). Jetzt habe ich Pickel an meinenUnterarmen und einen leicht verspannten Nacken vom Scharfstellen – und dem damit einhergehenden Korn suchen und finden. Aber nach über 20 Jahren war ich mal wieder in einer Dunkelkammer, und es war eine äußerst interessante Erfahrung. Analog fotografieren entschleunigt ja bekanntermaßen, aber analog entwickeln brachte mich gefühlt von analogen Warp 2 auf 1/10 Impulsantrieb. Dead Slow. Mit und ohne Kornzähler. Ungefähr so:

Teststreifen. Völlig verhauen. Zweiter Teststreifen. OK, 1,8 Sekunden passt. Damn: Graduationsfilter vergessen. Dritter Teststreifen. Korn gucken. Ausschnitt doch nicht gut finden. Ausschnitt verändern = Vergrößerer verstellen = Belichtung verändern. Vierter Teststreifen. Passt. Korn gucken und scharfstellen. Belichten. Feststellen, dass man Abwedeln sollte. Belichtungszeit zu kurz zum Abwedeln. Also Blende ändern. Daher andere Belichtungszeit: Fünfter Teststreifen. Feststellen, daß man nicht gleichzeitig mit der Hand abschattieren und den Belichter starten kann. Mithilfe anwesender netter Menschen doch Abwedeln und Belichten können. Nach ungläubigem Warten am Entwicklerbad feststellen: Papier falschrum aufgelegt. Nochmal 60 Cent in die Tonne werfen. Papier richtigrum auflegen. Dann Hände falsch positioniert. Aufgehört, an Geld zu denken. 3 Sekunden sind kurz. Aha! Ein halbwegs gutes Bild! Aber: Unscharf. Kopf oder Negativ muss sich bewegt haben. Wer hat den Kornzähler? Neuen Bogen Papier ausrichten wollen, dabei feststellen, daß man vergessen hat, den Rotfilter davorzumachen. Neuer Bogen, bitte! Oder die Belichtung starten, sich wundern, daß das jetzt aber ganz schön lange belichtet?!? Feststellen, daß die Uhr gar nicht läuft, da falsche Taste gedrückt… Und so weiter… und so fort… … …

Ich werden trotzdem weiter in dieser Richtung forschen, ganz sicher.

Lichtblick am Tag danach

Der Tag danach. Fotogötter sei Dank ein Lichtblick: Tiefenerholte Modells und endlich mal wieder Avail-Light, das mir die Dunkelkammergötter Fotografengötter geschickt haben müssen. Clea, ihre Tochter Sasha und der Rest der Familie  verbrachten die letzten drei Monate in Thailand, dementsprechend entspannt kamen zwei Damen in unserer Firma vorbei, um Hallo zu sagen und sehr lecker Curry mit Papayasalat zu kochen. Die Sonne fand das wohl auch gut, lachte uns drei an, ich holte meine Cam, schraubte das 50er drauf, und ab dafür! Ich genoß das Licht, meine Models und das schnelle Tempo bei diesem kurzen Spontanshoot (man soll Köche und Köchinnen nicht vom Kochen abhalten!) nach diesem Wochenende voller dunklem Impulsantrieb-Gedümpel.

Dann also „Warp 7! Engage!“

Clea und Sascha

Clea und Sascha
Sascha
Sascha
Sascha

Sascha

Sascha

Danke, Clea & Sasha!

Bassig
Benjamin

P.S.: Gerne einen Kommentar hinterlassen!
P.P.S.: Nein, ich habe die Augen im ersten Bild nicht nachbearbeitet, ich trug einen quietschgelben Sweater, der sich darin spiegelt, und Sasha hat Knaller-Augen!