NDR Comedy Contest

Marco sagte: „Willst du nicht mitkommen, heute abend ist Comedy Contest!“

Klar wollte ich. Aber hoppla, nicht als Zuschauer, sondern als Fotograf. Für echte Bilder von einer echten Fernsehshow eines echt großen Senders. Ich, der zu dem damaligen Zeitpunkt doch eher kleine Blümchen am Wegesrand fotografierte. (Und dies übrigens immer noch tue!) Das mag ich so an Marco: Er nimmt mich als Fotograf am Kragen und schmeißt mich – ohne doppelten Boden – in eine Situation, die ich noch nicht kenne. So kam ich also ins Fernsehen. Also, genau gesagt war ich als Bassist schon öfter im Fernsehen, aber noch nie als Fotograf. Seit diesem Überraschungs-Start durfte ich bei allen folgenden Shows den NDR Comedy Contest von N-JOY als Fotograf im Auftrag der fotografirma, einem coolen Haufen Photonenbändiger um Marco und Sebastian, begleiten. Dabei habe ich einige Lektionen gelernt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Und ich möchte hier vordergründig nicht über Equipment sprechen, sondern über das Fotog-am-Set-sein.

Was habe ich in der Retrospektive der Sessions beim CC gelernt?

Lektion 1: Unsichtbar

Am ersten Abend beim Comedy Contest (nervös…) kam irgendwann die Aufnahmeleiterin auf mich zu und meinte, ich solle doch mit meiner großen Linse (70-200)  nicht immer im Bild stehen. Uups, peinlich. Ich hatte übersehen, daß ich auf meiner Position hinter den wirklich großartigen Protagonisten Ruth Moschner und Karl Dall stand, also damit bei vielen Einstellungen im Hintergrund zu sehen war. Meine – zugegeben – auffällige Frisur tat neben diesem nicht gerade unauffälligen Objektiv ihr Übriges für diesen Fauxpas.

Lektion 1 gelernt:
Wenn möglich, vorher abchecken, ob man sich im Hintergrund einer oft genutzten Einstellung befindet. Wenn man sich unsicher ist, mit der  garantiert netten Aufnahmeleitung darüber sprechen, was und warum man an diesem Abend hier vorhat, und sich mit ihr über Kameraeinstellungen und die eigene Position absprechen (siehe Lektion 2). Beim nächsten gemeinsamen Event begrüßt sie dich mit einem Lächeln. I promise!
Sollte dir das im Vorfeld nicht gelingen: Wenn du in die Linse einer TV-Kamera schauen kannst, und die vielleicht sogar noch ein rotes Licht zeigt, dann a) ganz normal weitermachen, du machst deinen Job, und b) sich vielleicht sich in aller Ruhe nach einem anderen Platz umschauen. Nie vergessen: Siehst du sie, sieht sie dich. Seit Kindertagen klar, oder?
Last-But-Not-Least: Selbstverständliche Dienstkleidung ist Matt-Schwarz. So matt und schwarz wie eben geht. Manchmal wünsche ich mir einen „Invisible Cloak“…

Lektion 2: Communicate!

Sein nett und freundlich! Es geht hier um die TV-Aufzeichnung, nicht um deine Fotos. Dummerweise tritt dir dein Editor/Auftraggeber in den Arsch auf die Füße, wenn du keine verwertbaren Bilder machst – siehe auch Lektion 4.
Vergiss nicht: Die Leute vom Fernseh-Team sind – meistens – im Stress, sie müssen diese Show auf die Harddisk bekommen, und haben auch schon viel und lange dafür gearbeitet. Also sei nett zu ihnen, es zahlt sich aus. Rede mit den Kamera-Frauen und -Männern: „Hallo, ich bin Benjamin, und mache heute hier Fotos für N-JOY. Ich versuche unsichtbar zu sein, und dir nicht im Weg zu stehen, falls ich dich trotzdem in deiner Arbeit irgendwie stören sollte, tippe mich einfach an.“ Und dann: Augen auf! Ihre Kameras wiegen deutlich mehr als deine, und wenn sie mit viel Schwung auf dich zurauschen, solltest du besser Platz machen. Aus eigenem Interesse.
Und weil du ein netter Mensch bist: Entschuldige dich freundlich bei den Menschen im Publikum, deren Sicht du versperrst, die haben im Gegensatz zu dir für diesen Abend bezahlt. Sage ihnen das, wenn möglich, vor der laufenden Aufzeichnung:

Lektion 3: Schaffe dir deinen Raum

Irgendwo gibt es ein optimales Plätzchen für dich und dein Zeugs, du must es nur finden, und dann verteidigen.
Spreche mit dem Publikum, das ja genau wie du schon vor der Show anwesend ist: „Hallo, ich mache heute hier Fotos für den NDR, und benötige diesen Platz für mein Equipment“. Freundlich, aber auch bestimmt. Siehe Lektion 2: Kommunikation. Schon ist dir keiner böse. Warum auch: Ich arbeite da, wo du deine Freizeit verbringst. Klappt fast immer, man sollte allerdings trotzdem ein Auge auf sein Zeugs haben.

Lektion 3 gelernt:
So ein Plätzchen ist Gold wert. Dranbleiben. Wenn es mal nicht so glatt läuft, passieren kleine Pannen. Wie zum Beispiel bei dieser mit Vanille überparfümierten Wuchtbrumme aus – unverkennbar – Sachsen, die zu meinem freundlichen Hinweis: „Hier kommt heute Abend oft eine Kamera vorbei, diesen Platz sollten sie frei halten“ beifällig meinte „Das wollen wir doch mal sehen!“. Und die mir während der Aufzeichnung immer mit dem Finger in den Rücken piekste, als ich der TV-Kamera Platz machte (sic!). Dann kann es passieren, daß ich beim Rückwärtsgang einen, oder zwei, oder mehr ihrer Zehen treffe. Mit einem freundlichen Lächeln. Aus Versehen, sorry. Respect, everyone!

Lektion 4: Get the *right* shot

Das erste Mal. Die Bilder waren gefühlt ok, und auf den richtigen Server übertragen, und dann bekam ich das Feedback: „N-JOY nimmt nur Querformate“. 1/3 meiner Picks waren im Hochformat geschossen. Damn.

Lektion 4 gelernt:
Vorher fragen, welche Fotos in welchem Format in welcher Auflösung benötigt werden. (Und dann übrigens daraus keine Rückschlüsse ziehen: Für ein Band-Shoot ist es von Vorteil, wenn man auch ein passendes Magazin-Cover (also Hochformat) im Katalog bereit hält.

Lektion 5: Tech-Talk

Hier wollte ich eigentlich etwas über Technik schreiben, aber ich habe gefühlt schon genug erzählt. Um es kurz zu machen: Kauft – wenn es eben geht – keine „Scherben“, sondern „schnelles“ Glas, also f <= 2.8. Werdet ihr früher oder später eh machen, dann doch lieber früher, oder? Und wenn ihr konsistente Ergebnisse erzielen wollt, fotografiert manuell , – )

Und nu?

Bilder gucken! N-JOY zeigt auf der Comedy Contest Homepage leider keine Fotoalben (oder Bilderstrecken, wie es beim NDR heißt), daher hier eine kleine Auswahl meiner Fotos der Menschen und Momente beim Comedy Contest Finale 2010.

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Loud & Nasty: DC Tempest

LOUD & NASTY. Ja, so war es.

Zwei Tage. Sechs irische Bands in Hamburg. Finale Laute waren unter anderem „Reeperbahn!“. Weitere erklärende Worte findet ihr in meinem Post zu „Loud & Nasty: The Riptide Movement„, aber bitte erst klicken, nachdem ihr die Bilder gesehen, und einen Kommentar hinterlassen habt!

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Loud & Nasty: The Riptide Movement

Hamburg. Sechs Bands werden aus Irland eingeflogen. Mit einer Limo am Flughafen abgeholt. Sie sind guter Laune, obwohl sie am Atlantik-Hotel und am The George vorbeifahren – und stattdessen im A&O-Hostel einchecken. Sie fragen artig, ob sie Felle von Tom-Toms entfernen dürfen. Sie lieben die Veranstalterin. Was ist denn da los? Die Antwort ist einfach: Milena von evo.one hat ein Festival organisiert.

Halt: Nicht irgendein Festival, sondern das „Loud & Nasty„. Und wenn dieser Haufen „Inselaffen“ (O-Ton Milena) nicht gerade auf der Bühne rockt, wird die Reeperbahn leergetrunken, bis morgens um acht, wie es sich für echte Iren gehört. Es war viel mehr als ein großartiges Festival, es war eine große Party. Was soll auch anderes dabei rauskommen, wenn man sechs Bands aus Irland nach Hamburg einfliegt?

Ich durfte – neben vielen hochgeschätzten Kollegen – Fotos machen, vielen Dank dafür!

Hier kommt die erste Ladung der Bilder, von „The Riptide Movement„. Die Jungs kenne ich schon länger, von einem großartigen Shooting – wir sind Fans voneinander.

Und jetzt seid ihr dran: Hinterlasst nach den Bildern einen Kommentar!

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A Man On A Mission.

Die Zeit rast, es gibt viel zu tun, der Frühling kommt, und ich habe seit etwas über einer Woche ein neues Projekt am Wickel, das mich vom ersten Moment an begeistert und ziemlich beseelt.

Wenn mich jemand fragt, oder auch ungefragt, sage ich nur: „I’m a man on a mission!“

Die neue Website dazu steht schon fast, und wenn nichts dazwischen kommt, sollte ich spätestens Ende der Woche damit online sein. Um die Spannung ein bischen zu steigern, hier schonmal ein Bild als Preview auf das Projekt. Mehr wird aber nicht verraten!

Vielen Dank Evey, du machst nicht nur großartige Fotos, du bist auch ein Spitzen-Model!

Bassig
Benjamin

Spaziergang.

Der Himmel ist blau, die Sonne scheint: Der Frühling kommt. Habe mir leider einen Knöchel vertreten, daher war der Spaziergang zu kurz… Schön war es dennoch im Planten un Blomen.

Achtung: Enthält Blumen-Content! Wer das nicht mag, bitte schnell zu einem anderen Post wechseln.

Bassig
Benjamin
P.S.: Zum Schluß nochmal ein Bild in BW.

Scharf unscharf.

Heute auf dem Weg nach Hause. Eigentlich sollte es der Fernsehturm werden, aber der hat gezickt. Dann eben rumdrehen, und mal in die andere Richtung schauen. Voila! Ich habe mich damals als Jungspunt auch mehrfach zur zweiten Hälfte von „2001: Odysee im Weltraum“ ins Kino geschlichen – da hat keiner mehr die Karten kontrolliert – genau wegen dieser Farben-Explosionen!
Die Idee – oder das Bokeh? – kann man sicher noch etwas kultivieren, zum Beispiel mit einer Lampe und einem Model (scharf) im Vordergrund… Für das Shooting mit Ina definitiv auf dem Zettel.

Und warum das „Scharf“ im Titel? Weil mein Kumpel Holler zu diesen Snapshots wahrscheinlich „scharf“ gesagt hätte…
Hey Holler: Dichter werden sein.

Bassig
Benjamin

P.S.: Gerne Wohlwollen oder Abneigung in einem Kommentar hinterlassen!

Maskenzauber an der Alster

Hamburg hat ja – wie man spätestens nach einer Hafenrundfahrt weiß – mehr Brücken als Venedig. Noch ein Stückchen Venedig hatte ich bisher in dieser schönen Stadt noch nicht entdeckt: Den Maskenzauber an der Alster , der bereits seit 2002 jährlich stattfindet.
Die Kulisse der Colonnaden lieferte am Samstag eine prächtige Kulisse, falls man davon etwas als Hintergrund zu fassen bekam – das gefühlte Verhältnis von Fotografen zu Teilnehmern war mindestens 3 zu 1:

Ich glaube, bis auf das kleine Mädchen vorne rechts haben alle eine Kamera um den Hals oder in der Hand, oder zumindest im Rucksack. Sie hat stattdessen ein Eis in der Hand. Clever!
Ein schlauer Mensch hat mal gesagt: „Wenn alle Fotografen in die eine Richtung fotografieren, fotografiere in die andere.“ Im Grunde ja richtig, aber am Samstag, na ja:

Trotzdem haben es dann doch noch Teilnehmer und Momente des Umzugs auf meine Speicherkarte geschafft, und was soll ich sagen: hat es viel Spaß gemacht! Außerdem war auch noch ein schöner, sonniger Ausflug mit meiner Süßen und Kameras.

Vergesst nicht, ihr könnt mir hier gerne einen Kommentar hinterlassen, z.B. eure Meinung, ob so viele Fotos besser in einer Slideshow oder Lightbox untergebracht wären…

Hier einige meiner Favs:

Bassig
Benjamin