Istanbul

Über Istanbul zu schreiben fällt mir schwer, ich kriege die ganzen Eindrücke, die diese Stadt hinterlassen hat, nur unzureichend in Worte gefasst. Trotzdem hier ein kleiner Blogbeitrag.

Der Kleinbus rast in unglaublichem Tempo und mit manchmal aberwitzig geringen Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern durch die Rushhour. Es ist der dritte Minibus, in den unser Gepäck eingeladen wurde. Aus den ersten beiden wurde es wieder ausgeladen. Die Anlage spielt laute orientalische Disco-Musik. Es ist heiß. Der Fahrer diskutiert intensiv mit dem Beifahrer, der in das Schreiben einer SMS vertieft ist. Rechts der Hafen, links hohe Häuserzeilen der sicherlich nicht ersten Lage am Platz. Trocknende Wäsche vor den Fenstern neben Klimaanlagen und Werbung. Menschen grillen. Das Auto neben uns hupt. Ein Grinsen zieht sich auf meinem Gesicht von einem Ohr zum anderen. Dies ist meine Stadt.

Dies ist meine Stadt. Das denke ich immer noch. Ich habe bisher keinen Ort besucht, in der ich so viele freundliche, hilfsbereite und interessante Menschen kennengelernt habe. Angst, Neid, Missgunst: unbekannte Gefühle. Und ich habe selten Momente erlebt, die mich mit ihren Bildern so gefangen haben, daß ich keine Fotos gemacht, sondern nur beobachtet oder gegrinst habe. Auslösestarre, sozusagen. Die hat sich dann aber ab und zu gelöst. Gut so, denn ich habe festgestellt, daß die Menschen in Istanbul mindestens so große Foto-Maniacs sind, wie die Iren.

Bazar. Kuaför. Bosporus. Hagia Sophia. Möven. Shish kebab. Hafen. Steile Straßen. Blaue Moschee. Muezzin. ‚Wanna buy carpet?‘. Dürüm Döner. Ich habe noch Hunger. Meine Kamera und ich wollen viel mehr von Istanbul sehen. Ich brauche einen ordentlichen Çay und eine ordentliche Rasur. Ich muss da wieder hin.

Und nun viel Spaß bei den Momentaufnahmen, die es irgendwie hierhin geschafft haben. Am Ende des Posts habe ich noch einen Hotel-Tipp, falls ihr Istanbul mittendrin, aber trotzdem günstig, touristenfrei und umgeben von netten Menschen erleben möchtet.

Erster Morgen, 6:30 auf dem Balkon.

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Japanische Touristengruppe

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Die Blaue Moschee.

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Killer-Shishas ready to go.

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Relax.

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Blitz-Regen

Kann man Regen eigentlich fotografieren? Ich habe es schon ein paar mal versucht, und heute sind interessante Bilder dabei herausgekommen. Warum die Tropfen so eine Textur haben, wie sie haben, weiß ich nicht. Ich glaube, es hat was mit dem Objektiv zu tun, denn die Bilder mit dem 85mm haben dieses interessante Muster nicht. Wenn ihr eine Ahnung habt, was da passiert, hinterlasst doch bitte einen Kommentar!

17-55mm @ 55mm, f4, 1/250, 1 SB800@105mm, full, kein Photoshop, nur LightRoom. (Ohne stempeln : -)

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Bassig
Benjamin

‚Wohlers Grill‘

Ich wollte nur eine kleine Runde im Wohlers Park drehen und eine Linse austesten, die schon ganz lange so gut wie unbenutzt im Schrank liegt, ein 70-300 4.5-5.6. Bereits wenige Meter hinter dem Eingang sah es aus wie auf einer Demo in der Schanze bei Tränengaseinsatz:

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Bisher hatte ich noch keine Idee, welche Fotos heute auf meiner Speicherkarte landen würden, doch in diesem Moment war alles klar: Ein Nachmittag im ‚Wohlers Grill‘ war das Motto, und ich habe versucht, alle Grills dieses kleinen – 4,9 Hektar – Parks vor die Linse zu bekommen. Ein Grillgott fragte sogar: „Fotografierst du immer Grills?“ Meine Antwort: „Nur heute.“

Seht selbst. (Achtung: Schnappschuss-Content.)

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Another night with Jay Maisel

Heute Nacht gab es auf Kelbytraining ein Live-Interview mit Jay Maisel, einen Fotografen, den ich wegen seiner Art, Dinge zu sehen, seinen Ansichten über das Fotografieren und seiner New Yorker Coolness sehr mag. Da ich mir letztes Jahr einen Account bei Kelbytraining gegönnt hatte, kannte ich bereits das Video seines ersten Fotowalks mit Scott, und es hat mich – genau wie der Livestream gestern abend – sehr inspriert und mir das eine oder andere Lächeln auf die Lippen gezaubert. Alleine der Moment, in dem Scott Jay nicht richtig versteht (Jay spricht manchmal aber auch wirklich undeutlich), und bei der Aufforderung „Take it off“ mit äußerst fragendem Gesichtsausdruck seine Linse statt seiner Sonnenblende abschraubt („Wie soll ich ohne Linse Fotos machen?“ steht auf seiner Stirn…), ist fast einen Monatsbeitrag wert. Unter uns: Kelbytraining sollte jeder mal zumindest einen Monat gebucht haben. Dann aber ungefähr einen Monat freinehmen, denn da gibt es echt viele geile Videos und Tutos. Und ja, ich stehe hinter dieser Aussage, und bekomme leider nichts für diese Werbung.

Zurück zum Thema: Jay. Alleine seine Aussage: „I want to go out empty“ klingt so aufmunternd in mir nach, daß ich auf dem Nachhauseweg ein paar Fotos gemacht habe, die ich euch nicht vorenthalten mag. Und nach dem Klick gibt es dann noch ein paar Photonenhäppchen zwischendurch, bis ich meinen Istanbul-Post endlich mal angehe…

Viel Spaß!

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^ COOL

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^ Barmbek

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^ Sternbrücke I

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^ Sternbrücke II

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Food-Porn

Eigentlich lautete die Frage: „Kannst du zwei, drei Fotos von mir machen? Ich brauche die für den Flyer meines Klavier-Abschlusskonzerts…“ Klar, also das mobile Studio gesattelt (ich wollte nicht einen Flügel ins Haus schleppen…), und erfreulicherweise nur einmal um die Ecke. Daher hatte ich auch ein paar lichtstarke Objektive dabei um den folgenden Auftritt festzuhalten.

Auf die Bühne trat:  Ein Fisch. Genauer gesagt, eine Rotbarbe mit dem exorbitanten Gewicht von 1200 Gramm. Oder, um es anders auszudrücken: 1,2 Kilo. Schonmal so was gesehen, anyone?

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Eine Rotbarbe in dieser Größe hatten wir jedenfalls noch nicht gesehen. Ich sage es gleich: der Koch ist ein Koch-Maniac. Jemand, der Zutaten verehrt, und in der Einfachheit eines Gerichtes die Vollendung sucht – und findet. („Ich war nicht sicher, habe den Fisch dann angefasst – und mitgenommen“)

Also wurde dieser unschuldige Blick gefühlvoll mit etwas Öl zwischen Kartoffeln und zwei Lorbeerblätter gebettet, und nach diesem Anblick:

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in den Ofen geschoben, was zu späterer Stunde die Frage des Garpunktes in Bezug auf Pfannen- oder Ofenzubereitung aufbrachte. Soviel sei gesagt: Über den Garpunkt dieses ‚Monsters‘ brauchten wir jedenfalls nicht reden.

Währenddessen wurde ich vor die Aufgabe gestellt, in einem – mit einem wunderbar klingenden Flügel – zugestellten, relativ kleinen Raum Fotos zu machen. Nicht ideal, aber lustig. Aber davon erzähle ich hier nicht, denn schon wurde zum Essen gerufen. Die Barbe, mögt ihr denken. Weit gefehlt!

Als Auftakt gab es Muscheln. Ohne weitere Zutaten in eine heiße Pfanne geworfen, bis sie dir sagen:

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„Lösch mich gefühlvoll mit Weißwein ab, und gib mir bitte, bitte etwas Knoblauch und viel frischen Koriander!“ „Gerne!“ antwortest du…

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Und natürlich eine Prise Salz. Der Maître philosophierte darüber, ob für ‚eine Prise‘ zwei oder drei Finger in den Topf des Fleur de Sel greifen. Egal, für welche Variante er sich entschied, die Muscheln waren ein Traum, und der Sud war “ ‚finger-lickin‘ good „. Ich habe ihn bis auf den letzten Tropfen verteidigt, den ich mit geröstetem Weißbrot vom Teller gesaugt habe. Ich liebe frischen Koriander. Und Muscheln.

Nun aber: Barbe. Aber nein, warum denn so eilig? Erstmal ein paar von diesen, am Vormittag zubereiteten, Flußkrebsen – mit Majonaise, und dem gerösteten Brot.

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Die waren mindestens so lecker wie sie hier aussehen.

Kurz verschnaufen. Der Fisch wurde einer eingehenden Prüfung durch den Meister unterzogen und ließ die darauf folgende Bepinselung mit einem Pesto aus Petersilie, Öl, etwas Knoblauch und Salz über sich ergehen. Die Kartoffeln auch. Und dann war es soweit: Auftritt Rotbarbe.

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Über den oben bereits angesprochenen Garpunkt brauche ich bei diesem Foto sicher kein weiteres Wort verlieren… Ich wiederhole mich, aber so etwas habe ich noch nie in meinem Leben gegessen. Never. Ever. Food-Porn eben.

Andächtiges Genießen. Ehrfurcht vor dem Fisch, gepaart mit wohlwollenden Lauten bis hin zu ekstatischen Äußerungen und Geräuschen. Dann: Ein Moment des Innehaltens, versüßt mit hervorragendem Wein aus Venetien. Ein klitzekleiner Nachschlag. Erneute andächtige Momente. Frieden auf Erden in diesem Raum.

Nu iss aber gut. Iss nu aber gut? Weit gefehlt, ich sag nur: „Burn, Baby, Burn!“

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Was da aus der Sicht eines ‚Nicht-Connaisseur‘ so malträtiert wird, sind Gambas No. 2. Sozusagen im zweiten Aufguss. Und ihnen wurde bannig warm. Gut so. Aber zum Anfang:

Eben diese unschuldigen Gambas No. 2 haben es in die Pfanne geschafft. Und werden gerade mit einer Prise feinem Salz gewürzt („Der beste Geschmacksverstärker…“) Stück für Stück behutsam gewendet

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wurden sie mit frischem Knoblauch geehrt

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und nun hieß es „Rock ’n‘ Roll, Baby!“

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Eigentlich wirklich ein Nachtisch, denn der Portwein brachte die zarte Süße der Garnelen erst so richtig zum Vorschein. So sahen die kleinen Süßen in der Pfanne aus:

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Bassig
Benjamin

P.S.: Nach diesem Essen ist einiges anders als vorher.
P.P.S.: Wer jetzt noch kann, mag einen Kommentar hinterlassen.
P.P.P.S.: Die Fotos für den Flyer haben wir auch hinbekommen…

Photonenhäppchen zwischendurch.

Mein Vorsatz für das Jahr 2011 ist: „Menschen fotografieren“. Wenn ich mir meine Lightroom-Kataloge aus diesem Jahr so anschaue, dann bin ich auf dem richtigen Weg, für mein Gefühl. Glücklicherweise finde ich in ihnen auch ein paar spontan eingefangene Momente, die – ganz ohne Absicht, meistens auf dem Weg von A nach B – auf meiner Speicherkarte gelandet sind.
Moment-Aufnahmen eben. Und die mich deswegen bei den Zweifeln, die wahrscheinlich jeder Fotograf so in sich trägt (ich sage nur: Habe ich noch den „Anfänger-Geist“?), wieder ein bisschen beruhigen. Geht noch. Puh.

Reminder to myself: Nicht so viel nachdenken, immer die Cam rumschleppen (mach ich eh), und Vertrauen in den richtigen Moment haben. Der wird mich finden, dieser Moment. Und mit Chance werde ich eine Handbreit Licht und ausreichend Speicherplatz unterm Kiel haben. Ahoi!

Viel Spaß mit ein paar lecker Photonenhäppchen aus den letzten drei Wochen ,- )

Barmbek

Altes Land, Löwenzahn mit Biene

Schmetterling

Hamburg, Hafen

Löwenzahn Schwarz-Weiß
Barmbek U-Bahn
Rose und Ameise
Löwenzahn schön unscharf
Kein Herbst. Ahorn.
Apfel. Schanze.
Warten auf den Bus im Nieselregen.

Bassig
Benjamin

P.S.: Die Engel vom letzten ‚head. hands. feet‚ fand ich auch:

Engelsfüße

Engel

Volker Schlag

Endlich mal wieder ein Foto-Shoot mit dem satten „Fummp-Beeep“ der dickeren Lampen, also unter Studiobedingungen. Na ja, stimmt nicht ganz, denn bei vielen Fotos war ein kleiner SB800 das Hauptlicht. Das Studio ist auch kein Studio, sondern ein Büro. Daher gab es auch kein Hohlkehle. Und schon gar kein „White seamless“. Aber erstmal zurück zum Anfang der Geschichte.

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer

Volker hatte mich angetickert, ob ich Fotos von ihm machen mag, Fotos, bei denen man „Jede Falte!“ sieht. Da konnte ich nicht widerstehen, und musste „Du bist bei mir richtig“ sagen. Ich mag Falten. Und Rock ’n‘ Roll. Und Volker. Er ist einer der großen R’n’R-Sänger dieses Landes. Echt. Und Last but not least ich habe lange keine „Mobile-Studio“ Session mehr gemacht.

So wurden dann in einem großem Raum (nochmal ein Danke an 4=1!), kurzerhand Backdrop, ein paar Lampen und ein schnickeliger iMac fürs „Tethered Shooting“ aufgebaut. Bei sommerlichen Temperaturen – und in entspannter Stimmung – durfte ich dann mal wieder mit einem Model und den Photonen spielen. Mein Plan für diesen ‚harten Burschen‘ war hartes, einfaches Licht. Nicht gerade eine außergewöhnliche Idee – aber besser als kein Plan ,-)

Angefangen habe ich mit einem Strip-Light mit Wabe, und da ich dafür keinen passenden Adapter für einen großen Blitzkopf besitze, steckte dort ein SB800 drin. Geht auch, aber die Nachladezeit nervt schon ein bisschen. Dann habe ich die ‚Frau Hensel‘ mit einer Beauty-Dish von meinem Kollegen Marco mit ins Belichtungsfeld gebracht, und einen weiteren SB800 mit einem engen Grid als Hairlight – oder als Beleuchtung des Hintergundes – da und dort. In wechselnder Besetzung. Meine Idee bei all den Fotos war, die Falten herauszustellen. Aber Volker hat davon gar nicht so viele… Also habe ich mich auf ehrliche, kontrastreiche Eindrücke beschränkt. Und das hat viel Spaß gemacht! (Ich habe immer noch kein PS angeworfen ;.)

Hier mehr Fotos:

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer

 

Bassig,
Benjamin

P.S.: Einen habe ich noch, gibt es auch bei meinem ‚head. hands. feet.‚ Projekt:

Volker Schlag © Benjamin Hüllenkremer