35/35. Warum weniger manchmal mehr ist.

Weniger: Brennweiten. Und Schlepp. Mehr: Inspiration. Und Wissen.

Im Juni/Juli dieses Jahres war ich „in der freien Zeit“ 35 Tage mit nur einem Objektiv an der Cam unterwegs: Mit dem 35mm 1.8 G. Es war die Zeit der WM, kann man einigen Bildern ansehen.

Inspiriert zu dem Projekt haben mich Fotos von Bert Stephani, auf dessen Blog ich von seinem 50/50 Projekt gelesen habe. Und 35 sind ja das 50 einer Crop-Cam…

Thematisch an Fotos heranzugehen, finde ich spannend, und wenn sich das Thema auf  ’nur‘ ein Objektiv mit der Lichtstärke 1.8, und – wie hier – eine Brennweite beschränkt, steht einem die Welt doch mehr als offen, oder? Auch wenn es eine 35mm-Welt ist!
Positiver Nebeneffekt: Ich lernte diese Linse wirklich kennen. Und, wie in diesem Falle, auch schätzen und liebhaben. Neben dem wirklich preis-werten, ultrascharfen 50mm 1.8 (sollte jeder Nikonianer haben), ist das 35er mein zweiter Must-Have-Kauftipp: Preis-Leistung unschlagbar. Und an einer Crop-Cam eben der legendäre 50mm-Ausschnitt, und dank Lightroom auch entzerrt.

Ich habe dieses 35/35-Projekt zunehmend genossen, und zählte am Ende die Tage, die mir noch blieben… Mit dem Ergebnis, daß das 35er das Objektiv ist, welches sich als „Fast-Immer-Drauf“ auf meiner Kamera befindet. Neben dem 17-55, aber wie soll ich ein 17-55/17-55 machen???

Viel Spaß mit den Bildern, sind alle spontan und ohne Blitz-Dings oder so…

Reminder: Neues Projekt angehen. Mehr Fotos machen.

Bassig
Benjamin

Yildirim Karal - Sonntag, 7. Oktober 2012 - 14:38

Hallo Benjamin, das sind ja echt schöne Bilder geworden!
Nach unserer zufälligen Begegnung vor zwei Jahren habe ich immer wieder nach Deinem 35/35 Projekt im Internet gesucht und leider nicht gefunden. Dafür bedurfte es wohl nach einer weiteren zufälligen Begegnung!
Ich habe mal in meinem Archiv gekramt, und das Foto gefunden, dass ich damals von Dir gemacht habe (schicke ich Dir separat per E-Mail).
Viele Grüße und bis zum nächsten mal …

Wenn der Lightroom-Katalog stirbt

Gestern war es soweit: Lightroom warf mir eine unschöne Fehlermeldung vor die Augen:

Nun, ich habe schon viele Sachen kaputt gehen sehen: Bässe, Festplatten, Blitze, Design-Entwürfe, Beziehungen, und-noch-viel-mehr-das-ich-hier-nicht-nenne… Daraus habe ich einiges gelernt, wie zum Beispiel die erste Regel in so einem Fall: Bleiben Sie ruhig! Hektischer Aktionismus führt selten zum Erfolg – eher zur Verschlimmbesserung. Lightroom kommentierte meine abgeklärte Ruhe nach einem Relaunch so:

Nun ja, ich habe ein gutes Backup-Konzept, dem ich vertraue. Und so ließ ich LR erstmal das machen, was LR glaubte, machen zu müssen..

Das Ergebnis war eine neue, schon beunruhigendere Meldung:

Und all das endete in einem wirklich bösen, gemeinen, hinterhältigen Satz:

Pfui, Lightroom! Langsam wurde ich dann doch nervös, schließlich war es einer meiner Urlaubskataloge mit > 4000 Fotos, und vielen, vielen Edits… Immer noch voller Vertrauen in mein Backup wandelte sich das Gefühl leider in ansteigende Panik, als sich der frisch von Backup kopierte Katalog genauso vor meinen Augen in Fehlermeldungen auflöste. Äußerst uncool: Ein Backup vom anscheinend kaputten Katalog. Also Frau Google befragt, zuerst den Tipp ausprobiert, den kaputten Katalog in einen neu erstellten Katalog zu importieren. Well, fast gut, die Edits waren da, aber es fehlten > 100 Bilder. Tief durchatmen, eine Runde um den Block bei winterlichen Temperaturen später, zweiter Recherche-Anlauf, und siehe da: wie so oft ist das Terminal unter OSX dein Freund.

Unter der Haube von Lightroom läuft eine SQlite Datenbank, und die kann man mit ein bischen Terminal-Kenntnis retten, besser zumindest als Lightroom das kann. Gefunden habe ich die wichtige Information bei jjbrothers.net, und was soll ich sagen, es funzt. Vielen Dank dafür!

Hier nochmal das Prozedere, falls ihr auch mal einen Katalog retten müsst: (auf eigene Gefahr: Im Terminal muss jeder selber wissen, was er tut!!!) (Sorry, PCs, das geht bei euch irgendwie anders…)
Im Terminal erstmal in den Ordner wechseln, in dem sich der kaputte Katalog befindet, am einfachsten so:

cd

und ein Leerzeichen tippen, und dann den Ordner, in dem der kaputte Katalog liegt, vom Finder aus in das Terminalfenster ziehen. Gegebenenfalls die Fenster so schieben, dass das mit Drag&Drop funktioniert. Dann Return drücken. Jetzt ’steht‘ das Terminal in diesem Ordner. Durchatmen, und folgenden Befehl kopieren und einfügen:

echo ‚.dump‘ | sqlite3 Boken_Catalog.lrcat >backup.sql

Was passieren wird: Du erzeugst einen Dump (=eine Kopie) der vorhandenen Datenbank (=dein Katalog). Mehr nicht. Du verlierst nur ein bischen Speicherplatz auf deiner Festplatte. Genauso viel Platz wie dein kaputter Katalog belegt. Nur der Katalog, nicht die Bilder. Aber Achtung: Vor dem Drücken der Return-Taste den Namen „Broken_Catalog.lrcat“ in deinen Katalognamen ändern!!! Wenn da Leerzeichen drin sind, dann einfache Tüddelchen (‚uups mit leerzeichen.lrcat‘) drumrum.

So, nun hat SQLite einen Dump von deinem Katalog erstellt, ohne LR-Hilfe. Und du hast es fast geschafft.

Nur noch eine neue Version der Datenbank (=des Katalogs) erstellen:

sqlite3 new.lrcat <backup.sql

An dieser Stelle kann es passieren, dass (wenige bis ganz schön viele) Fehlermeldungen ausgegeben werden. Das ist OK, denn nun schaut sich SQLite die Datenbank genauer an, die es kopiert, und versucht Fehler zu beheben. Und das macht es besser als LR! Erinnerst du dich an die erste Regel? Bleiben Sie ruhig. Und du willst ja etwas heilemachen, das kaputt ist. Es wird gleich besser sein als vorher…

Früher oder später (Bleiben Sie immer noch ruhig!) meldet sich dann das Terminal wieder mit einem Eingabe-Prompt, dieses (bei mir) graue Kästchen hinter deinem Benutzernamen. Dann hat das Warten ein Ende: Den alten Katalog in den Trash, new.lrcat zu genau denselben Namen wie den des ehemals kaputten Katalogs umbenennen (dann werden keine neuen Previews erzeugt, sondern die vorhandenen genutzt), doppelclicken und alles ist gut! War es zumindest bei mir.

Persönlicher Reminder: Lass LR Backups machen, sooft es will. Lass LR die Kataloge optimieren, sooft es will.
Freue dich immer mal wieder über das Terminal:

Mancher Ire legt ein seltsames Verhalten an den Tag, wenn er einen Fotografen sieht...

Bassig
Benjamin

Sören - Freitag, 30. Mai 2014 - 12:58

Hi Benjamin

Danke für deinen Tipp. Leider schlägt dieser beim erstellen des backups schon fehl. Der originale Katalog ist 42 mb groß, aber das Terminal erstellt immer nur ein 17 mb großes Backup. :-(

Noch ne Idee?

Berlin, du bist die Königin der Nacht

So haben es Rio Reiser und Pe Werner mal getextet. Ich durfte bei der Tournee zu dieser Platte den Bass spielen, es war ein Fest, und zwar ein Großes – Pe ist eine klasse Sängerin, eine außergewöhnliche Texterin und eine nette Person. Und es ist auch ein großartiger Song, aus dem das Titel-Zitat dieses Post stammt: „Goldgräber in Berlin“, zu hören auf Pe’s Platte „etepetete“ von 1996.

Immer wenn ich in den letzten Jahren in Berlin war, berührte mich diese Stadt auf eigenartige Weise, fast noch mehr als früher, als ich dorthin öfter für Musikproduktionen engagiert wurde, und mitunter längere Zeit da verbrachte. Und seitdem ich wieder Photonen einfange, finde ich nach einem Berlin-Besuch mindestens ein Foto auf meiner Speicherkarte, das mich auch eigenartig berührt. Meistens sind das Fotos, die abends oder in der Nacht entstanden, daher diese Zeile aus dem Song als Titel. So auch, wie oben zu sehen, am letzten Samstag.

C/O Berlin ruft bis zum 9. Januar mit einer Peter Lindbergh-Ausstellung. Ein Ruf, dem ich folgen musste, und den ich auch Dir gerne ans Herz lege! Zitat von der Website: „What’s so striking about black and white photography is how it really helps a sense of reality to come through.“ – Peter Lindbergh

Seine Bilder großformatig aus der Nähe und der Entfernung in aller Ruhe betrachten zu können, dazu noch Videos von seinen Shootings, durch die sogar irgendwann Jim Rakete hüpft, und das alles in dieser geilen Location (ich sage nur ‚Turnhalle“), war ein bleibender Genuss. Und SW mag ich eh.

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Ähnliches habe ich erlebt bei der Ausstellung von Herlinde Koelbl im Martin-Gropius-Bau 2009. Speziell ihre „Hunde“-Bilder haben mich auf dem Weg ins Hotel irgendwie zu diesem Bild inspirierte:

Fazit und Reminder meinerseites: Lindbergh anschauen. Viele Ausstellungen besuchen. Immer Kamera mitnehmen.

Bassig
Benjamin
P.S.: Der Song erinnert mich an Rio, und Rio erinnert mich auch an meinen – leider zu früh gestorbenen – Kumpel Holler. Muss ich mal was zu schreiben. Hab ja beim Release auch Fotos gemacht. Und Bass gespielt.

Visitenkarte? Gerne. Aber nur eine!

Visitenkarten können Spaß machen. Falls man Minicards von Moo hat!

Es bereitet mir immer große Freude, wenn ich die kleine Schachtel aufmache und sage: „Such dir eine aus – die sind alle unterschiedlich. Aber nur eine pro Person!“ Die Reaktionen sind total verschieden: Von „Augen zu“ und eine ziehen, über „Das sind echt alles deine Bilder???“, bis hin zu intensivem Abwägen inklusive Häufchenbildung.

Mir ging es auch so, als ich zum ersten Mal eine Minicard in der Hand hielt: Ich war von den Socken. Cooles Format, gute Haptik, schöne Farben. Und das Beste: 100 bezahlbare Minicards mit 100 verschiedenen Motiven! Die Rückseite ist immer gleich.
Als Smugmug die Kooperation mit Moo anfing – Bilder direkt aus Smugmug an Moo schicken – habe ich mir welche bestellt. Und es seitdem nicht bereut. Als Fotograf immer ein Portfolio – wenn auch ein kleines – in der Tasche zu haben, ist von unschätzbarem Wert.

Das Beste zum Schluss: Bis Sonntag, den 14.11.2010 23:59 GMT gibt es bei Moo 30% auf alle Druckerei-Produkte.

Bassig
Benjamin

Elisabeth - Visitenkarten und mehr - Freitag, 14. Januar 2011 - 12:20

Super Idee! Habe ich bislang noch nicht gesehen und für einen Fotografen absolut das Richtige! Visitenkarten die so toll eingesetzt werden vergisst auch niemand so schnell. Ich dachte sofort als ich es gesehen habe, dass ich mir sowas sogar als Bild an die Wand hängen würde, sobald ich mehrere gesammmelt habe. Ich hoffe davon bald mehr zu sehen.

Kiki - Donnerstag, 20. Januar 2011 - 20:59

Tihi… irgendwann kommt jeder auf Minimoocards. Ich hab’ seit 2006 schon -zig Mixed-Packung mit best-of Bildern bestellt, und parallel immer eine mit meiner Logoflagge drauf (die gehen auf den Golfplätzen immer gut an die Mitspieler weg).

bigbasspic - Donnerstag, 20. Januar 2011 - 22:20

Well, ich bin eben ein Spät-Wiedereinsteiger… Erst seit Ende 2008 wieder in Sachen Photonen unterwegs ,-)

My Chemical Romance Fotoboykott

Gestern sollte ich für N-JOY im Auftrag der fotografirma „My Chemical Romance“ fotografieren. Am Nachmittag (!) erreichte mich dann kurzfristig mal wieder einer von diesen unsäglichen Foto-Verträgen. Der Kniff liegt bei diesem Vertrag im Detail, wie Marco sehr schön in seinem Blog erklärt. Hier nur soviel: ich sollte zum Beispiel unterschreiben, dass ich für jede nicht genehmigte Bildnutzung 30.000 Dollar Strafe an die Band zahlen muss, und die Rechte an den Bildern gehen selbstredend an die Band über, etc… Diese irrwitzigen Verträge nehmen leider überhand, und als Fotograf kann man so eine Veranstaltung dann nur boykottieren, und so kam es auch.

Ein großes Lob an N-JOY, die vollstes Verständnis für einen solchen Boykott zeigen.

Torben - Samstag, 30. Juli 2011 - 21:49

Hab schon gehört das Fotografen Verträge vorgelegt wurden, in dem sie sämtlich Bildrechte an den Veranstalter abtreten.
– Ein Agenturfotograf würde heftig Ärger mit seinem Brötchengeber bekommen.
– Ein freier Fotograf würde für lau arbeiten.

Wenn einer die Arbeit eines Fotografen nicht zu würdigen weiss, soll er es doch selbst versuchen!

YongEr

Wie schon hier geschrieben, ging es darum, eine irische Band zu fotografieren. Wer jemals einen Reiseführer über Irland gelesen hat, der hat da sicherlich einen Absatz über das Zeitempfinden auf der grünen Insel entdeckt… Kurz gesagt: Trotz charmanter Tourleitung waren die Jungs zu spät. (Das wird meiner Liebe zu dieser Insel allerdings keinen Abbruch tun. Ich muss da wieder hin…)

Was macht man also an einer coolen Location mit einem coolen Model, viel Blitzgedings, und zwei Fotografen? Na?

The Ripide Movement » bigbasspic - Freitag, 5. November 2010 - 10:59

[…] so einem Model schon widerstehen, und beim Rumspielen mit dem Strobisten-Setup nicht auch ein paar leckere Bilder […]

Ralf - Donnerstag, 19. Mai 2011 - 07:49

Goil !!!
Wo bekommt man so ein Paddel ???
Danach suchen wir schon seit ner‘ Ewigkeit …

The Riptide Movement

Am Sonntag war ich mit Marco im Planet Alsen, um die irische Band ‚The Riptide Movement‚ zu fotografieren. Die Jungs sind mit ihrer neuen Platte gerade in Deutschland unterwegs, Termine fndet ihr auf ihrer Seite. Eingefädelt hat das Ganze übrigens Milena von evoone, sie ist mit TRM auf dieser Tour unterwegs.

Es war trotz des schlechten Wetters eine coole Session, und Alsen war die richtige Wahl in Sachen Location – fanden die Jungs von TRM anscheinend auch, denn sie waren trotz Tour- und Party-Stress sowie Regen gut drauf. Vielen Dank dafür!

Ganz großen Dank auch an Milena und Marco für liebevollen Einsatz als Assistenten, ich habe mich beim schießen noch nie so umsorgt gefühlt ;-)

Und als Extra-Zückerchen obendrauf: YongEr war auch dabei, ursprünglich als Licht-Double geplant… Aber wer kann bei so einem Model schon widerstehen, und beim Rumspielen mit dem Strobisten-Setup – wenn sie schon freiwillig eine Peitsche mit an das Set bringt – nicht auch ein paar leckere Bilder machen?

YongEr » bigbasspic - Donnerstag, 4. November 2010 - 23:12

[…] schon hier geschrieben, ging es darum, eine irische Band zu fotografieren. Wer jemals einen Reiseführer über […]

Milena - Mittwoch, 17. November 2010 - 19:08

VIELEN DANK für die GEILEN Bilder!!!!!!! Die Jungs (und ich natürlich auch) sind völlig begeistert. Aber bitte, was hab ich auch erwartet?!?! ;)

The Maastrix » The Riptide Movement - Freitag, 10. Dezember 2010 - 09:47

[…] hatten Benjamin und ich eine kurze Fotosession mit der irischen Band “The Riptide Movement” auf dem Alsen-Gelände in Itzehoe – […]

Dynamus - Donnerstag, 16. August 2012 - 18:47

Das erste Foto finde ich spitze. Die anderen sind zwar gut, aber doch zu konventionell für mein gusto. Naja, das wird ja leider schon fast erwartet, dass Bands so posieren. Als würde das in irgendeinem Zusammenhang mit ihrer Musik stehen.