Afternoon Tea

Im nächsten Leben werde ich Food-Fotograf. Ganz sicher. Oder Koch. Oder lieber doch nochmal Bassist? Na, mal sehen. Hier erstmal ein paar schnelle Strobist-Bilder zwischendurch.

Im Adventskalender lag dieses Jahr eine kleine Teerose, zu einer Kugel mit einer Blüte in der Mitte handgerollt. Heute nachmittag sollte es sein: Afternoon Tea. Das Wasser war schon fast am Siedepunkt, ich hatte keine Zeit für Foto-Planung, nur schnell zwei Blitze geschnappt und im berühmten „Sauerbraten-Setup“ (einer links, einer rechts) auf den Tisch gelegt. 50mm draufgeschraubt, CLS aktiviert, und schon goß sich dampfendes Wasser in die Schale. Leider waren zu dem Zeitpunkt Blitz und Blende noch nicht eingestellt… Kurz darauf aber:

Übrigens: Sah nicht nur gut aus, sondern war auch sehr lecker, der Tee!

Hier das Strobist-Setup: 50mm 1.4, 1/160 bei f16, 2x SB 800 auf der Seite liegend bei 1/64tel, getriggert mit CLS.

Bis bald, nicht vergessen: Take a picture every day!

Bassig
Benjamin
P.S.: Bilder klauen macht viel weniger Spaß als selber machen, und ist teurer… Einfach bei mir nachfragen, wir finden sicher einen legalen Weg für eine Nutzung.

Kein Schall. Aber Rauch. Und ein DIY Grid.

Sebastian hat mit Evangeline ein wirklich gutes Tutorial zum Thema: „Rauch fotografieren“ a.k.a. „Draußen ist kalt, lass uns mal ein bischen drinnen Blitz-Dingsen“ geschrieben, und mich darin erwähnt – auch wenn wir ursprünglich nicht über Rauch-Bilder, sondern über sogenannte Speed-Grids sprachen. Speed-Grids, das sind diese Blitz-Vorsätze, die das Licht bündeln, die werden manchmal auch einfach nur ‚Grid‘ oder ‚Honeycomb Grid‘ genannt.

Sein Artikel hat mich an Bilder erinnert, die ich im Juli letzten Jahres aus lauter Freude über meine damals neuen Freunde (s.u., die sind mir echt ans Herz gewachen) und mit einem DIY-Grid gemacht habe. Darum hier und heute mal wieder ein kleiner Ausflug in die Welt der Photonen-Schleudern – und deren Bändigung. Mit Hilfe von Grids.

Grids

Grids verrichten an großen Softboxen oder Striplights gute Dienste, sie vermindern die seitliche Streuung und ‚richten‘ das Licht direkter aus, ohne die Weichheit einer großen Box sonderlich zu veränden. Direkt an einer Lampe oder einem Reflektor erzeugen sie einen runden Lichtkegel mit einem weichen Falloff, je breiter und kürzer die Waben des Grids sind, um so weicher die Kante. Leider sind sie für gößere Boxen echt f*cking teuer… Warum eigentlich???

Gut ist, daß diese angenehmen Eigenschaften (ohne die horrenden Kosten) auch an kleinen ‚Speedlights‘ (=diese schwarzen Kistchen, die man auf die Kamera stecken kann, und die Blitz-Dingsen, s.o.) auftreten! Und da kann man ja ein bisschen basteln… Strobisten wissen sicherlich, was gemeint ist. Wie es allerdings sein kann, daß an einem rechteckigen Speedlight einige Strohhalme das Licht zu einem runden Licht mit weichen Kanten formen??? Ganz ehrlich: Verstanden, warum das so ist, habe ich noch immer nicht. Aber: (die gute Nachricht) Es geht!

DIY-Grid siehe hier:

Tut echt gute Dienste, sieht aber leider „in the wild“ nicht so chic aus, und ist nicht wirklich straßentauglich. Aber für erste Versuche: empfehlenswert.

Wer es selber mal ausprobieren möchte: Schwarze Strohhalme, in der Länge dritteln, mit Gummiband fixieren (Achtung: Fummelkram) und irgendwie in ein aus Pappe, auf die Maße des Blitzes hingebasteltes Rechteck reinbugsieren. (Achtung: Noch viel mehr Fummelkram) Dieses Pappteil sollte länger sein als die Strohhalme, so kann man es auf den Blitz schieben, ohne dass man die Halme vorne wieder rausschiebt. Würde ich mir sowas nochmal basteln, würde ich die Halme irgendwie mit Klebstoff fixieren…

Trotz des rudimentären Ansatzes macht dieses Ding das, was es soll: Licht aus einem Grid eben, rund und weicher Falloff.

Ein weiteres Beispiel für 1Light mit Grid, mit einem in der Bucht erworbenen preiswerten Grid-Vorsatz. Hier habe ich ein SB800 von oberhalb (über dem Kopf des Fotografen Marco Maas) in ca. 45 Grad auf The Riptide Movement leuchten lassen. Keine Vignette bei der Bearbeitung…

Jetzt aber zurück zu den Rauch-Bildern!

Sebastians Setup war aufwändiger als meins: es lag nur eine Zigarette im Aschenbecher, und ein Blitz mit dem DIY-Grid stand an der Seite. Alles stand auf dem Küchentisch vor einer weißen Wand, ohne schwarzen Backdrop. Mit genug Licht unterm Kiel, der richtigen Zeit und Blende (und dem richtigen Blitz-Winkel) wird auch weiße Wand schwarz. FYI: 1/200 mit f18 und ISO 200, 17/55 bei 30/32 mm an einer Nikon D90. Anfänger-Geist eben.

Einige von Sebastians Bildern sind noch knalliger, intensiver geraten, und seine Idee mit mehr Farben finde ich sehr spannend. Zigarettenrauch schient von Haus aus allerdings mehr Farben zu erzeugen, und auch weniger Aschepartikel: Ich brauchte weniger stempeln als Sebastian…  Nun ja, getreu der Prämisse: DRY („Don’t Repeat Yourself“), und da mir die weicheren Verläufe meines unbedarft-minimalistischen Setups irgendwie auch gut gefallen, habe ich im Moment auf einen Reshoot verzichtet, und zeige euch hier lieber meine „Rauch-Erstlingswerke“.

Außerdem: Einen Reshoot würde ich dann mal mit Sound probieren. Wer weiß, wie der Rauch aussieht, wenn man so einen richtig fetten Basston drauf loslässt? Dann wäre es auch Schall UND Rauch. Ob man die Wellen sieht? Bei einem richtig, richtig tiefen Ton? Sieht ein E-Bass-Ton anders aus als ein Sinus oder Rechteckt? Sieht man ihn überhaupt? Gibt es ein Bass-Grid? Oder etwa ein Bass-Snoot??? Die Rauch-Schall-Kanone? Es gibt viel zu entdecken… Klingt wie eine echte Shietwetter-bigbasspic-Aufgabe…

Bassig
Benjamin
P.S.: Wer hier Bilder klaut, bringt sich um den eigenen Spaß – und mehr. Einfach bei mir nachfragen, wir finden sicher einen legalen Weg für eine Nutzung.
Ralf - Mittwoch, 18. Mai 2011 - 12:02

Rauch-Schall Kanone ?
gibt es.
hier: http://www.youtube.com/watch?v=-z_kss0qaSE

New Box on the Blog

Ich habe meine Westcott Apollo ja wirklich gerne. Sehr gerne. Aber für ein paar anstehende Sessions brauche ich etwas Neues: Schmales, weiches, nicht streuendes Licht. Schickes, sexy Licht eben. Und bitte Speedlight-fähig. Und mit einem passenden, preiswerten Grid… (Warum kosten diese Grids eigentlich so unfassbar, unverschämt f*ckin‘ viel?)

Ok, die Anforderungen sind geklärt. Ein Striplight muss her.

Google hin, Google her, Foren durchpflügen, DIY, Händlerseiten abgrasen… Ich habe mich dann für dieses Mettle-Striplight entschieden. Warum? Nicht zu groß für ein Speedlight, schön schmal, mit einem Innendiffusor und mit einem bezahlbaren Grid. Wie ich dann später feststellte, auch mit seitlichen „Eingriffen“, da könnte man einen zweiten Blitz reinhängen. Schick. Dazu von Walimex noch einen Speedlight-Adapter, und voila: Kleines Geld, großes Licht.

Leider war kein schöner Rücken greifbar, daher ein schöner Bär, und – wie konnte es anders sein – schöne Blumen. Ok, ok, beim nächsten Mal nehme ich einen Bass. Warum komme ich da erst jetzt drauf?

Bisher einziges Problem: Um diese Box quer über ein Sofa zu hängen, sind meine Manfrotto-Ständer leider etwas unterdimensioniert. Wie immer im Leben: Ein Wunsch gebiert zwei neue…

Bassig
Benjamin

P.S.: Wohnzimmer. Scene-Shoot: Über Blumen und Bügelbrett das Strip-Light, rechts ein – ebenfalls sehr geliebter Lastolite Tri-Grip – Reflektor, vorne die Apollo (war beim Foto aber aus), links ein paar AddOn-Bitze (waren beim Foto auch aus), und hinter allem schwarzes Molton. Und wie meistens: No Photoshop.

Surfin’ Xmas

Ein kleiner Klick für einen Fotografen. Aber ein großer Klick für den Weihnachtskalender.

Es weihnachtet. Ein schöner Brauch ist unser Weihnachtskalender: Jeden Tag ein neues Päckchen. Heute deins, morgen meins. Das Beste an diesem Päckchen: Da drin ist ein Badge mit der Aufschrift: „No Photo“. Und zudem ein neues Mini-Projekt: Alle Päckchen fotografieren. Ich liebe Projekte.

Strobist-Info: 1 SB800 seitlich auf dem Tisch liegend @ 105mm, CLS mit (wahrscheinlich) 1/100 Power, definitiv 1/160 bei f 22, 35mm 1.8, ISO 200

Und ein Rückblick:

Euch eine friedliche Vorweihnachtszeit!

Bassig
Benjamin

Play & Shoot: Gospeltrain

Vorgestern durfte ich Gospeltrain bei ihrem Jahreskonzert mal wieder mit tiefen Tönen versorgen. Es war ein Fest, mit diesen wirklich talentierten und motivierten Kids und Jugendlichen zu musizieren. Wer Gospeltrain noch nicht kennt, sollte hier oder auf ihrer Homepage mal reinschauen! (Und sich vielleicht den 27.1. vormerken, dann spielen wir im CCH, Hamburg).
Ich habe übrigens festgestellt, dass das – bei z.B. Country – gut funktionierende ‚Play & Shoot‘ (eine Hand am Bass, eine an der Cam) bei Gospel nicht so gut geht, zu viele Töne… Daher nur ein Schnappschuß vom Chor.

Nach der Pause kamen dann erstmal weitere Gäste auf die Bühne: Das Angklung-Orchestra Hamburg. Hab ich live noch nie gesehen, war wirklich faszinierend!

Das Angklung ist ein Instrument bestehend aus zwei oder mehr Bambusröhren, die in einem kleinen Gestell aufgehängt und gleich gestimmt sind. Durch seitliches Schütteln wird das Instrument zum Klingen gebracht. Jeder Mitspieler spielt nur zwei bis vier Töne der Tonleiter – je nachdem wieviele Anklungs er in den Händen hält. Es wurden übrigens nicht nur traditionelle Stücke, sondern auch ‚New York, New York‘ und ‚Mission Impossible‘ dargeboten!

Zwei Schnappschüsse (eingeklemmt im seitlichen Bühnenaufgang):

Dann ein ausgiebiges zweites Set, als Gast Volkan Baydar (bekannt u.a. von Orange Blue), und nach insgesamt mehr als 4 (!) Stunden Musik in der ausverkauften Halle: Standing Ovations.

So, das wars für heute, bald wieder mehr Bilder.

Bassig
Benjamin

Achim Held - Sonntag, 2. Januar 2011 - 20:32

Tolle Fotos von einem tollen Konzert!!!

Gruß von Volkans Fanclubleiter

Achim

P.S.: Bin der Mann aus der 1. Reihe unter der 3. Lampe (von rechts gerechnet).