Menschen, Schiffe, Wohnmobile

Oder: Manchmal kommt es anders, als man denkt.

Letzten Samstag schien die Sonne. Sonne wie Sommer. Und nicht Sommer wie Regen.

Um meinen Serotonin-Haushalt wieder ein bisschen auf Vordermann zu bringen, ohne mir dabei eine von diesen giftigen Bananen-Spinnen ins Haus zu holen, ließ ich mich an diesem Tag einfach durch meine Heimatstadt – meine Perle! – treiben. Unter dieser Sonne, die keine Wolke war.
Nach einem kleinen Einkauf erst zufällig einen alten Freund besucht, dann treibend in irgendeinen Bus gestiegen, um irgendwo rauszukommen. Glücksgefühle eines CC-Karten-Inhabers mit Freizeit. Dummerweise irgendwo im Nirgendwo umsteigen müssen, wo es einem nicht gefällt. Gehört zu diesem Konzept dazu. Um dann an einer weiteren Endhaltestelle im Nirgendwo ausgeworfen zu werden – „Nirgendwo“ und „Endhaltestelle“ liegen in Hamburg manchmal praktischerweise in der Nähe der Elbe, und in diesem Falle war all das sogar in der Nähe eines Fähranlegers. Versprach der Busfahrer.

Irgendwie muss ich mich dann verlaufen haben, oder „Nähe“ ist relativ, aber schön war es trotzdem. Schön grün, schön waldig, schön matschig, schöne Hundehaufen. Trotz der Hindernisse der Natur habe ich es doch zurück in die Zivilisation geschafft, und fand mich schließlich am Anleger Teufelsbrück wieder. Die Fähre fuhr. Also auf dieselbe warten, weiter Serotonin auftanken, damit ich auch in den nächsten Tagen noch kraftvoll lachen kann, und ab geht die Luzi. Umsteigen in Finkenwerder, dichtes Gedrängel (Ermahnende Worte des Kapitäns durch mittenbetonende Lautsprecheranlage: „Würden sie bitte mal die aussteigenden Passagiere durchlassen!“) gefolgt von hektischem Überholen auf ca. 100m Laufstrecke zum anderen Schiff (Hoffnungs-Denkblase der Mitreisenden: „Vielleicht gibt es noch einen Sitzplatz an Deck?“).

Es gab natürlich keinen Sitzplatz mehr, aber das bin ich als „Öfter-Fahrer“ (oder bin ich dort ein „Öfter-Fährer“?) gewohnt. Hauptsache, die Mitreisenden liefern einen schönen Vordergrund, und ab und zu kann man die Nase und die Cam in Fahrtrichtung halten…

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Dies sind zwei der Gründe, warum ich Hamburg liebe.

Gestört wurde diese Idylle dann aber von einer harschen Ansage kurz vor dem Anleger Altona (Fischmarkt): „Alle aussteigen, diese Fahrt endet hier, Landungsbrücken sind komplett gesperrt!“  Auch wenn ich ein positiv denkender Mensch bin, kam in mir direkt ein mulmiges Gefühl hoch – dem musste nicht so sein, denn ein freundlicher HADAG-Mitarbeiter erklärte: „Die Queen Mary kommt!“.

Ok. Ich war eigentlich – und schon mit Verspätung, s.o. – auf dem Weg zu einer Party, aber hatte die QM2 noch nie beim Ein- oder Auslaufen gesehen, sondern immer nur ihr Horn gehört. (Musikerfrage: Wer würde ein so lautes Horn bauen, das zwei Töne im Intervall einer kleine Sekunde mit maximalem Schalldruck über die Fans pustet, ziemlich laut, ziemlich tief??? Na? Ein Bassist, hehe : )

Scherz beiseite, ich war spät dran, und musste Land gewinnen. Also zu Fuß am Fischmarkt vorbei in Richtung U-Bahn Landungsbrücken. Dabei passiert man einen großen Parkplatz, auf dem es auch einen Bereich für Wohnmobile gibt. Und Wohnmobile standen dort zu Hauf. Und während ich an denen vorbeihechtete, fielen sie mir auf.

Menschen die auf ein Schiff warten – zwischen Wohnmobilen.

Ich konnte nicht anders, ich habe sie fotografiert. Quasi als Tribut an die QM2.

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Ach ja, die Protagonistin darf hier natürlich nicht fehlen:

QM2

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Ahoi aus Hamburg!

Bassigst
Benjamin

P.S.: Mir fiel ein, daß ich dieses Schiff schon im Jahr 2008 vor der Linse hatte. Diese Fotos gehören zu den ersten tausend Bildern („DSC_0957“ und „DSC_0931“), die entstanden sind, nachdem ich wieder anfing zu fotografieren ;- )

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Eisgang » bigbasspic - Montag, 13. Februar 2012 - 01:27

[…] diesem Anblick musste ich spontan an meinen Post: “Menschen, Schiffe, Wohnmobile” […]

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