Madeira I

Ich war da mal weg…

Ich habe mir ein paar Tage Auszeit auf der schönen Insel Madeira verschrieben, und viele Fotos und einige Geschichten mitgebracht. Warnung: Enthält Blumen-, Food- und Landschaftsfotos. Nun aber auf zum ersten Teil, ich hoffe, ihr habt beim Lesen und Betrachten so viel Spaß wie ich beim Fotografieren ;-)

Aller Anfang….

Ohne Gepäck...

Lissabon empfing mich beim Zwischenstopp mit einem „Missed Approach„. Es gibt schönere Dinge, als aus gefühlten 50 Metern Höhe durchzustarten. Und da ich keinen Fensterplatz hatte, konnte ich noch nicht einmal den zweiten Überflug über die Stadt genießen. Nun ja.

Der zweite Approach gelang, und der Transfer zum Weiterflug verlief problemlos und ohne Hast. Ich witzelte im Bus noch über einen Koffertransporterfahrer, der wohl zu schnell um die Ecke gebogen war, und nun auf dem Vorfeld die Gepäckstücke wieder auf die Karre lud. Hmmm… Erinnerte mich an dieses Foto, das ich 2009 bei einer Zwischenlandung in Lissabon machte:

Zurückgelassen

Der darauf folgende Hopser nach Madeira verlief problemlos – die Landebahn der Insel wurde vor ein paar Jahren zur Freude der Piloten und Reisenden verlängert, und ich wurde von frühlingshaften Temperaturen und – ohne mein Gepäck empfangen. Dies stand noch in Lissabon. Und ich stand nun an diesem Schalter:

Lost and found

Warum direkt neben dem Schalter dieses Schild stand, habe ich nicht verstanden. Vielleicht sollte es beruhigen…

They handle, I fly.

Die gute Nachricht: Das Gepäck war schon gefunden (vom Wagen gekippt?), und wurde am selben Tag – wie versprochen – ins Hotel gebracht. Also, nicht wie los, Mietwagen abholen, und ab dafür!

Schweizer Käse

Auf Madeira geht es eigentlich immer extrem (!) rauf – oder extrem (!) runter. Außer, man fährt durch einen Tunnel, von denen die Insel so durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse.

Tunnel

Also nichts für Leute mit Angst vor Anfahren am Berg, oder mit Klaustrophobie. Oder mit Angst vor längeren Tunneln. Und auch nichts für untermotorisierte Mietwagen. Glück gehabt, das traf alles – Götter sei Dank – bei uns nicht zu… Also dann, und um es mit den Worten des leider viel zu früh verstobenen Bill Hicks zu sagen: „Step on the f*ckin‘ gas, man!

Gesagt, getan, und so empfing uns nach ein bisschen Verfahren und einer atemberaubend steilen Abfahrt unser erstes Hotel  mit eindrucksvoller Architektur. Hier nur unzureichend abgebildet:

Eingangstür zum Hotel

Abladen, Luft holen, Gegend erkunden. Und dann:

Blüten und Blätter

Madeira besitzt nur noch 22 Hektar der ursprünglichen Flora. Aber auch die anderen Quadratmeter sind beeindruckend. Sehr beeindruckend, denn überall blüht, grünt und sprießt es in unbeschreiblicher Fülle. Egal, ob in den unzähligen Gärten – die man meistens umsonst besuchen kann – einfach am Wegesrand, oder natürlich entlang der Levadas. Ich will euch nicht mit den gefühlten 500 Blumenfotos meines Katalogs langweilen, aber ein paar zeige ich doch :-)

Blüte

Strahlen

Bananenblatt
Blüte

Blüte

Blüte

Blüte

Irgendwas im Gegenlicht

Philodendron

Spitz

Die ursprünglichen 22 Hektar Flora habe ich auch besucht, und die Fahrt zum Ribairo Frio hat sich gelohnt:

Farnbaum

Farn

Farn

Farn

Wald

Und schon geht es weiter. Auf zu einem neuen Ausflug, und zum nächsten Schnappschuß:

Irland, Kühe & Wolken

Auf dem Weg nach Ribeira da Vaca geht es über enge Serpentinen steil bergauf, und man findet sich plötzlich in einer Landschaft wieder, die mich an Irland erinnerte:

Fast wie Irland

Nach einigen weiteren engen Kurven musste ich dann aber spontan an Daniel LanoisReinhard Mey und Andreas C. Studer denken:

Kühe über den Wolken.

An Dany, weil er einmal sagte „You always have to keep two tracks ready!“ Das stimmt. Ist eine echte Produzenten-Weisheit. Aus Fotografensicht sollte man immer einen Blitz bereit halten.
An Studi, weil er in der Schweiz Kühe fotografiert (er fand die nächsten beiden Bilder übrigens cool…).
Und an Reinhard, weil, ist klar, und weil er ein guter Typ ist, wie ich bei gemeinsamen (Musik-) Aufnahmen erleben durfte.

Kuh über den Wolken
Kühe über den Wolken

Und Ines, die Köchin vom „Chico“ (s.u.) mochte dieses Foto besonders:

Kuh über den Wolken

Hat man herumstehende Kühe, Fotosessions mit schnaubenden, aber dann doch erfreulich lethargischen Stieren, sowie die eigentlich überall vorhandenen Kuhfladen unfallfrei umschifft, erreicht man eine großartige Hochebene. Dort kann man – für diese Insel – ungewöhnlich weit geradeaus über Land schauen, und auch lange, und ohne das hier übliche Auf und Ab geradeaus fahren.
Als Quasi-Norddeutscher fand ich das gut :-)

Hochebene mit gerader Straße

Auf dem Weg abwärts: Wieder den Berg heraufkriechende Wolken…

Abfahrt durch Wolken

… und danach neben einer abenteuerlichen Abfahrt auch spektakuläre Aussichten:

Blick ins Tal
Beeindruckend. Diese Fahrt würde ich sofort wieder machen. Dann aber mit mehr Blitzen (für die Kühe), mehr Zeit (für alles und überhaupt), sowie einer extra Portion Baldrian Forte und einem guten Hörbuch (für die Beifahrerin) :-)

Essen und Trinken

Neben einigen Bica stand auf der täglichen „Doping-Liste“: mindestens ein frisch gepresster, leckerer und erstaunlich preisgünstiger Orangensaft.

Orangensaft

Über das Essen kann man sich auch nicht beklagen: Im ersten Hotel fanden wir eine komplett ausgestattete Gemeinschafts-Küche mit exquisitem Gasherd und Gastro-Spülmaschine ( ‚Könnt ihr gern benutzen!‘ – Haben wir gern getan : ).
Für Nicht-Köche ein kleiner Tipp in Sachen lecker Restaurant, das Essen ist Spitze (!):

GO THERE!

Degenfisch mit Banane (ein Klassiker der Insel):

Degenfisch mit Banane

Risotto mit Tintenfisch (das mit Meeresfrüchten war besser):

Risotto

Klippfisch vom Grill:

Klippfisch vom Grill

Ich habe versucht das Rezept für diese kleinen Süßen zu bekommen, leider ohne Erfolg. Die Chefin Ines wollte es partout nicht preisgeben. Ich kann es verstehen… Leider.

Süße Sünde

Und damit bin ich am Ende des ersten Teils angekommen, mehr gibt es bald in Madeira Teil 2!

Bassig
Benjamin

P.S.: Und wer jetzt Hunger oder Lust auf Madeira bekommen hat: Hinterlasst mir doch einen Kommentar! Ich freue mich so darüber…

Nachklapp

Wir saßen bei unserem ersten Besuch im Chico draußen an der Straße, und dort kam ein Laster auf uns zu. Ich griff die Kamera, und konnte eine alte Bekannte von der Ladefläche herab auf die Karte bannen… Und ja, manchmal braucht es eben keine Filter oder Nachbearbeitung :-)

Kuh auf Laster
Markus - Mittwoch, 23. November 2011 - 13:56

Sehr sehr schöne und gekonnte Fotos!

Benjamin - Mittwoch, 23. November 2011 - 15:54

Hi Markus! Vielen Dank für dein Lob!

Madeirafotos - Freitag, 27. Juli 2012 - 12:00

[…] Auge, mehr Geduld und eine professionellere Ausrüstung. Mit der er auch noch umgehen kann. Bitte hier klicken, sensationelle Bilder. Noch kein […]

Uschi - Freitag, 27. Juli 2012 - 15:03

Wunderbare Fotos – genau so (plus ein paar Azuleijos und Callas) ist Madeira auch in meinem Kopf haftengeblieben. Danke!

Benjamin - Freitag, 27. Juli 2012 - 15:07

Vielen Dank, Uschi! Ist aber auch ein wahrhaft traumhaftes Fleckchen, die Insel…

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