Kein Schall. Aber Rauch. Und ein DIY Grid.

Sebastian hat mit Evangeline ein wirklich gutes Tutorial zum Thema: „Rauch fotografieren“ a.k.a. „Draußen ist kalt, lass uns mal ein bischen drinnen Blitz-Dingsen“ geschrieben, und mich darin erwähnt – auch wenn wir ursprünglich nicht über Rauch-Bilder, sondern über sogenannte Speed-Grids sprachen. Speed-Grids, das sind diese Blitz-Vorsätze, die das Licht bündeln, die werden manchmal auch einfach nur ‚Grid‘ oder ‚Honeycomb Grid‘ genannt.

Sein Artikel hat mich an Bilder erinnert, die ich im Juli letzten Jahres aus lauter Freude über meine damals neuen Freunde (s.u., die sind mir echt ans Herz gewachen) und mit einem DIY-Grid gemacht habe. Darum hier und heute mal wieder ein kleiner Ausflug in die Welt der Photonen-Schleudern – und deren Bändigung. Mit Hilfe von Grids.

Grids

Grids verrichten an großen Softboxen oder Striplights gute Dienste, sie vermindern die seitliche Streuung und ‚richten‘ das Licht direkter aus, ohne die Weichheit einer großen Box sonderlich zu veränden. Direkt an einer Lampe oder einem Reflektor erzeugen sie einen runden Lichtkegel mit einem weichen Falloff, je breiter und kürzer die Waben des Grids sind, um so weicher die Kante. Leider sind sie für gößere Boxen echt f*cking teuer… Warum eigentlich???

Gut ist, daß diese angenehmen Eigenschaften (ohne die horrenden Kosten) auch an kleinen ‚Speedlights‘ (=diese schwarzen Kistchen, die man auf die Kamera stecken kann, und die Blitz-Dingsen, s.o.) auftreten! Und da kann man ja ein bisschen basteln… Strobisten wissen sicherlich, was gemeint ist. Wie es allerdings sein kann, daß an einem rechteckigen Speedlight einige Strohhalme das Licht zu einem runden Licht mit weichen Kanten formen??? Ganz ehrlich: Verstanden, warum das so ist, habe ich noch immer nicht. Aber: (die gute Nachricht) Es geht!

DIY-Grid siehe hier:

Tut echt gute Dienste, sieht aber leider „in the wild“ nicht so chic aus, und ist nicht wirklich straßentauglich. Aber für erste Versuche: empfehlenswert.

Wer es selber mal ausprobieren möchte: Schwarze Strohhalme, in der Länge dritteln, mit Gummiband fixieren (Achtung: Fummelkram) und irgendwie in ein aus Pappe, auf die Maße des Blitzes hingebasteltes Rechteck reinbugsieren. (Achtung: Noch viel mehr Fummelkram) Dieses Pappteil sollte länger sein als die Strohhalme, so kann man es auf den Blitz schieben, ohne dass man die Halme vorne wieder rausschiebt. Würde ich mir sowas nochmal basteln, würde ich die Halme irgendwie mit Klebstoff fixieren…

Trotz des rudimentären Ansatzes macht dieses Ding das, was es soll: Licht aus einem Grid eben, rund und weicher Falloff.

Ein weiteres Beispiel für 1Light mit Grid, mit einem in der Bucht erworbenen preiswerten Grid-Vorsatz. Hier habe ich ein SB800 von oberhalb (über dem Kopf des Fotografen Marco Maas) in ca. 45 Grad auf The Riptide Movement leuchten lassen. Keine Vignette bei der Bearbeitung…

Jetzt aber zurück zu den Rauch-Bildern!

Sebastians Setup war aufwändiger als meins: es lag nur eine Zigarette im Aschenbecher, und ein Blitz mit dem DIY-Grid stand an der Seite. Alles stand auf dem Küchentisch vor einer weißen Wand, ohne schwarzen Backdrop. Mit genug Licht unterm Kiel, der richtigen Zeit und Blende (und dem richtigen Blitz-Winkel) wird auch weiße Wand schwarz. FYI: 1/200 mit f18 und ISO 200, 17/55 bei 30/32 mm an einer Nikon D90. Anfänger-Geist eben.

Einige von Sebastians Bildern sind noch knalliger, intensiver geraten, und seine Idee mit mehr Farben finde ich sehr spannend. Zigarettenrauch schient von Haus aus allerdings mehr Farben zu erzeugen, und auch weniger Aschepartikel: Ich brauchte weniger stempeln als Sebastian…  Nun ja, getreu der Prämisse: DRY („Don’t Repeat Yourself“), und da mir die weicheren Verläufe meines unbedarft-minimalistischen Setups irgendwie auch gut gefallen, habe ich im Moment auf einen Reshoot verzichtet, und zeige euch hier lieber meine „Rauch-Erstlingswerke“.

Außerdem: Einen Reshoot würde ich dann mal mit Sound probieren. Wer weiß, wie der Rauch aussieht, wenn man so einen richtig fetten Basston drauf loslässt? Dann wäre es auch Schall UND Rauch. Ob man die Wellen sieht? Bei einem richtig, richtig tiefen Ton? Sieht ein E-Bass-Ton anders aus als ein Sinus oder Rechteckt? Sieht man ihn überhaupt? Gibt es ein Bass-Grid? Oder etwa ein Bass-Snoot??? Die Rauch-Schall-Kanone? Es gibt viel zu entdecken… Klingt wie eine echte Shietwetter-bigbasspic-Aufgabe…

Bassig
Benjamin
P.S.: Wer hier Bilder klaut, bringt sich um den eigenen Spaß – und mehr. Einfach bei mir nachfragen, wir finden sicher einen legalen Weg für eine Nutzung.
Ralf - Mittwoch, 18. Mai 2011 - 12:02

Rauch-Schall Kanone ?
gibt es.
hier: http://www.youtube.com/watch?v=-z_kss0qaSE

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