Hannes Wader

Vor ein paar Tagen erreichte mich eine eMail von Matthias von der Universal Music Classic & Jazz, die so losging:

Hallo Benjamin,
die Fotos sind ja Kunst! Sieht aus wie eine aufwändige Fotosession!

Da fühlte ich mich doch echt ein bisschen gebauchpinselt ;-) Ganz besonders deswegen, weil die Fotos en passant bei einer Recording-Session entstanden… Und ich stellte ich fest, daß ich hier noch nicht über diese coole Session berichtet habe.  Also los!

Backing-Tracks für Hannes

Ich hatte das große Vergnügen, mal wieder Backing-Tracks für die neue Hannes Wader CD aufzunehmen. Mit einer ganzen Band live im Studio, jippie! Wie früher… Hier seht ihr  sechs äußerst gutgelaunte Herren am Ende der Session:

Sechs gutgelaunte Herren am Ende der Session für Hannes Wader.

Im Uhrzeigersinn (ab 12:00) Ben Ahrens, Produzent, Nils Tuxen (Gitarren- (jeder Art) und Pedal-Steel Meister), ich, Eddie Fillip, (einer meiner Lieblings-) Drummer, Hannes Wader, und der unfassbar musikalische Jo Barnickel, Keyboards (und noch viel mehr…)

Live wie auch im Studio, und hier auch auf dem Pult: Mein Lieblingsplätzchen. Auf der Hi-Hat-Seite :-)

Mischpult, und meine Lieblingsseite: Neben der HiHat

Ben und Eddie bei der Arbeit.

Ben Ahrens bei der Arbeit

Eddi Filipp studiert die Noten des nächsten Songs

Mein Lieblings-Däne, einer der liebenswertesten und friedfertigsten Menschen, die ich kenne, zeigte beim Anblick dieser Gitarre andere Seiten:

Nils Tuxen

Nils Tuxen

Wir haben im Clouds Hill Studio aufgenommen. Dieses Studio hat neben solch exotischen Gitarren, die da so an den Wänden hängen, und einer großartigen Köchin noch viele andere Vorzüge. Zum Beispiel einen Raucherbalkon, der dem Studionamen Tribut zollt. Großartig.

Der Raucherbalkon des Clouds Hill Studios

Kleiner eingeschobener Tieftöner-Talk

Ich bin schon sehr lange großer Fan der Band „Brand X“ und ihrem Bassisten Percy Jones. Als ich ihr Album „Product“ 1979 zum ersten Mal hörte, fielen mir fast die Ohren ab. WAS FÜR EIN BASS-SOUND!!! Und dann auch noch ein cooles Bass-Duo (Percy Jones & John Giblin) mit Phil Collins (hej, als Trommler, nicht als Sänger!) und einem Drum-Computer. Als bekennender Fretless-Spieler musste ich so einen Bass haben. Endlich mal nicht Jaco! Aber woher? Ich war fassungslos – keiner kannte WAL. Ich wurde wahnsinnig. Habe mir Prospekte besorgt. (KEIN Internet damals!) Habe diese Prospekte in meinem Zimmer aufgehängt. (Ich war jung und wollte diesen Bass) Bin extra auf die Musik-Messe in Frankfurt gefahren, und habe dort aufgeregt und mit schwitzigen Händen zwei trinkfeste Engländer getroffen, die mir einen WAL in die Hand drückten und kurz danach meinten: „He knows the tricks of Percy!“ Da war ich richtig, es waren Pete und Ian von Electric Wood. Sprachlos, ich – mein Traum in meinen Händen. Fassungslos, ich – WAL ohne Vertrieb in Deutschland.

Auf Tour mit Inga Rumpf erfuhr ich, daß bei Mr. Bassman in Frankfurt einige Fretless von WAL rumstehen. Es hat gepasst in Bezug auf die Routenplanung, und so hielt ich während dieser Tour meinen ersten WAL in den Händen. Und (nach anfänglichen Problemen, denn so ein Bass ist ein bisschen ein Rennpferd, und will gebändigt werden, bis er so klingt wie er klingen kann) ist dies bis heute die Marke meines Vertrauens, wenn es um Fretless geht. Ende 1991 habe ich Pete („the fish“) kontaktiert, da ich einen 5-Saiter brauchte, der lange, fette, tiefe Töne in WAL-Qualität liefert. Er hat ihn mir gebaut, und zum zwanzigsten Geburtstag dieses Schätzchens verblüfft es immer noch Tonings (Er: „Du fährst den aber auch feste in den Kompressor!“ Ich: „Kompressor? Das sind eine Röhrenvorstufe, mein WAL und meine Finger! Kein Kompressor im Spiel…“ Er: „Echt??? Kann nicht sein!“ Ich: „Doch, hör mal ;-)“ )

Happy Birthday!

Mein WAL 5string Fretless

Pete „the fish“ starb im Dezember 2011.
Ich erfuhr dies erst, nachdem ich dieses Foto machte.

Als er mir den Bass 1992 in Frankfurt in die Hände drückte, sagte er: „I love it! It has incredible sustain, and it’s a perfect picture of my lungs on the back!“ Pete, this bass plays because of, and will always play for you.
Ich habe einen Toast auf dich und den Bass ausgebracht. RIP, Pete!

...

Bassigst
Benjamin

Dynamus - Freitag, 10. August 2012 - 15:00

Traurig und schön zugleich: Deine Fotos sind echt spitze. Ich glaube, wollte ich ein Denkmal post mortem bekommen, dann so ein künstlerisch hochwertiges, mal ganz abgesehen vom musikalischem Nachlass, versteht sich.

Katy - Mittwoch, 19. Dezember 2012 - 20:00

Hey sooo super, besonders das Foto von Nils mit der Gitarre im Anschag… Wenn ich deinen Text darunter nicht gelesen hätte – ich hätt´ihn nicht erkannt. Weil`s so garnicht zu ihm passt, genial :-)

Liebe Grüsse, Katrin

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